Kindertrauer

Kinder reagieren anders auf einen Todesfall als Erwachsene. Vielleicht haben Sie den Eindruck, dass der Trauerfall ihr Kind kaum berührt oder das ihr Kind für sie unpassende Verhaltensweisen zeigt. Das liegt daran, dass Kinder das Trauern erst erlernen müssen. Im Gespräch sind einige Faktoren sehr wichtig:

Ehrlichkeit

Versuchen Sie nicht zu beschönigen. Wenn Kindern so etwas spüren, kann sie dies Unsicherheit oder sogar Angst auslösen.

Deutlichkeit

Wählen Sie durchdachte Worte, die Ihr Kind begreifen und auf seine Erfahrungswelt abstimmen kann. Vermeiden Sie verhüllende oder beschönigende Ausdrücke.

Sagen Sie nicht: „Oma schläft“, sondern seien Sie ehrlich. Erzählen Sie, dass Oma nicht mehr sprechen, essen und atmen kann, dass sie ihre Augen nicht mehr öffnen wird und dass sie sich kalt anfühlt. Wenn Sie regelmäßig die Tatsachen nennen, helfen Sie den Kindern, den Tod zu begreifen.

Kindern reichen Worte oft alleine nicht aus um zu begreifen was geschehen ist. Binden Sie deshalb Ihre Kinder in die Vorbereitungen für die Trauerfeierlichkeiten mit ein.

 

Beispiele:

  • Lassen Sie die Kinder bei der Auswahl der Kleidung für die Verstorbene Person helfen. Fragen Sie, was ihnen gefallen würde.
  • Kinder können den Sarg bemalen, Blumenkränze flechten, ein Bild malen, ein Gedicht schreiben – diese können anschließend mit in den Sarg gegeben werden oder bei der Trauerfeier in die Dekoration eingebunden werden.
  • Kinder können bei der Auswahl von Trauertexten als auch bei der Wahl der Musik zur Umrandung der Trauerfeier helfen.

Abschied nehmen

Die Unwiderruflichkeit des Todes wird für Kinder verständlicher, wenn sie sich von der verstorbenen Person verabschieden können. Da es keine Regeln oder Vorschriften für eine Verabschiedung gibt, lassen sie Ihre Kinder einfach am Abschied teilhaben. Nicht nur große, sondern auch kleine Dinge können für Kinder sehr wichtig sein. Es geht darum, dass Sie sich nach den Bedürfnissen der Kinder richten, jedoch keine Grenzen überschreiten. Erklären Sie den Kindern vorab, was als nächstes passiert und was sie erwartet.

Ja

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